MIC - Music Interview Corner

MIC article: LUFTPOST at "Deichbrand" 2012

20-07-2012

Interview mit LUFTPOST beim „Deichbrand“ 2012 in Cuxhaven

Vom 20. bis zum 22.07.12 fand zum 8. Mal das „Deichbrand“ in Cuxhaven statt.
Auch dieses Jahr war das „Rockfestival am Meer“ wieder ein voller Erfolg - trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Wettergott.
Denn ein Unwetter am Vorabend beschädigte eine der beiden Hauptbühnen schwer. Ironischerweise erlitt so ausgerechnet die „Firestage“ einen Wasserschaden. Die Folge: Das Programm des ersten Festivaltages verzögerte sich. Bedauerlicherweise mussten sogar die Auftritte einiger Bands abgesagt werden, obwohl das „Deichbrand“-Team nichts unversucht ließ, um die Bühne wieder herzurichten.
Zur Erleichterung und Freude der 25.000 Festivalbesucher konnten die Headliner SUNRISE AVENUE, SAMY DELUXE, DEICHKIND und CALIBAN dennoch spielen.
Eine der Bands, die das leider nicht von sich behaupten kann, sind die fünf aufstrebenden Jungs von LUFTPOST, die sich nicht unterkriegen ließen und kurzerhand ihren Auftritt auf das Dach eines Busses verlegten. Mit mir sprachen Sänger Fabian und Gitarrist Alex über diesen spontanen Auftritt und über die Pläne für ihr erstes Album.
Von Seiten vieler Festivalbesucher wurde derweil der Wunsch laut, dass LUFTPOST, FRITTENBUDE und die anderen Bands, deren Auftritte dem Wetter zum Opfer fielen, im nächsten Jahr eine neue Chance auf ihren „Deichbrand“-Auftritt bekommen sollten.

Euer Auftritt beim „Deichbrand“ ist anderes verlaufen als geplant, weil die Bühne, auf der ihr spielen solltet, gestern durch ein Unwetter stark beschädigt wurde. Wie war das für euch?

FABIAN: Es ist natürlich schon frustrierend und ein Rückschlag. Wir haben heute Nacht die Nachricht bekommen, dass unser Gig definitiv gecancelt wird. Und wir haben uns lange darauf gefreut, auf die super-coole, große Bühne, die geile Technik, die vielen Leute, auf ein schönes Sommerfestival, das eigentlich werden sollte. - Das fiel ja nun ein bisschen ins Wasser. Deswegen war es doch recht frustrierend, als dann die Nachricht kam: Ihr spielt nicht. Wir sind dann spontan auf das Dach des „Redbull“-Tourbusses auf dem Campingplatz gegangen und haben da eine verkürzte Version unseres Sets gespielt. Das war dann schon ganz cool. Klar, besser als nichts, aber auf diese riesige Bühne hätten wir tierisch Bock gehabt. Schade.

ALEX: In den letzten Stunden war es ein Hoch und Tief der Stimmungen. Zuerst gab es die Ansage, dass es abgesagt wird. Als wir uns gerade darauf eingestellt hatten, bot sich doch noch die Chance mit dem „Redbull“-Tourbus und die haben wir dann wahrgenommen und durchgezogen. Wir hatten schnell noch über Facebook kommuniziert, aber es haben leider nicht so viele mitbekommen, dass wir diese spontane Action machen. Wir haben halt das Beste draus gemacht.

Letztes Jahr habt ihr den niedersächsischen Landesauscheid des „Local Heroes Contest“ gewonnen. Was hat das für euch verändert?

FABIAN: Total viel. Das war auf jeden Fall ein Sprungbrett für uns. Man hat es schon gemerkt: Auf einmal gab es mediales Interesse an uns, auf einmal gab es verstärkt externe Bookinganfragen. Für mich war das so ein bisschen ein Startschuss für LUFTPOST im professionellen Bereich.

ALEX: Uns gibt es ja jetzt zwei Jahre und für uns war das ganz toll, zu sehen, dass dieses Ding LUFTPOST funktioniert, dass wir irgendwie Leute begeistern können, und dass wir da einen wahnsinnig coolen Support kriegen. Es waren ja viele Gigs und Folge-Auftritte, die wir dadurch bekommen haben. Wir als Band sind daran auf jeden Fall gewachsen und haben gemerkt, dass es funktioniert. Es war eine tolle Erfahrung. Und jetzt sind wir hier auf dem „Deichbrand“, die Entwicklung ist für uns echt steil.

Im Oktober 2011 habt ihr eure erste EP „via Luftpost“ veröffentlicht.
Wie war das Feedback?

FABIAN: Super Feedback. Es war durchweg positiv. Wir haben eine Release-Party gefeiert bei uns in Buxtehude, da wo „der ganze Kram“ damals angefangen hat. Und allein auf dieser Party war es schon krass, da haben wir mal gesehen, wie viele Leute wirklich wegen uns kommen und mit uns die Veröffentlichung unserer CD feiern wollen. Das war ein großartiger Abend und hat tierisch Spaß gemacht. Und das Feedback, das wir bekommen ist positiv bis heute. Aber trotzdem denken wir schon an unser Album.

Gibt es dafür schon konkrete Pläne?

FABIAN: Ja, es sind definitiv Tracks fertig. Es gibt noch keinen Titel, aber es gibt konkrete Pläne: Wir peilen das nächste Jahr an. Klar, wir brauchen noch ein bisschen. Wir müssen noch Songs schreiben und dann eine Auswahl treffen. Da sind natürlich auch solche Live-Events wie hier total nützlich, weil wir dem Publikum gegenüberstehen und die Songs ausprobieren können. Und dann merken, welcher Song die Leute mitreißt und welcher nicht. Wir probieren, filtern und schreiben gerade eine Menge. Und nächstes Jahr soll es dann soweit sein.

ALEX: Wir waren die letzten zwei Monate wirklich viel unterwegs. Es gab kaum ein Wochenende, an dem wir mal Luft holen konnten. Teilweise hatten wir mehrere Gigs an einem Wochenende. Wir hatten Plattformen und konnten viel ausprobieren, aber wir wollen jetzt den Focus auf jeden Fall wieder aufs Schreiben legen uns uns dafür ein paar Monate zurückziehen.

Und wie macht ihr das? Fahrt ihr alle irgendwo hin oder schließt ihr euch bei einem von euch Zuhause zusammen ein?

FABIAN: Das ist auf jeden Fall geplant. Wir suchen gerade nach einer geeigneten Unterkunft dafür. Einfach mal ein paar Tage eine andere Umgebung, mal den Kopf frei kriegen und mal andere vier Wände sehen als unseren Proberaum. Und da geht´s dann mal ausschließlich um Songwriting fürs Album.

Euer Band-Logo ist ein buntes Origami in Form eines Vogels. Wie seid ihr auf dieses Logo gekommen und wer hat es entworfen?

FABIAN: Bei „Luftpost“ ist die Assoziation zum Vogel nicht so ganz weit weg. Wir hatten erste Vorstellungen. Es gab einige Eckpunkte, die wir als Ideen in unseren Köpfen hatten und die haben wir dann an einen freien Grafiker weitergegeben. „Mito-Design“ in Berlin hat unser Logo gemacht. Wir haben ihm einfach so Begriffe in den Raum geworfen, wie „Vogel“, gerne „poppig bunt“, „passend zur Musik“. Und da kam dann dieser schöne Origami-Vogel um die Ecke und imponierte uns direkt.

Photo: Luftpost press photo
Article: Kati Rausch